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Jahrgangs-Check Schweizer Weine: 2018 bis 2022

Jahrgangs-Check Schweizer Weine: 2018 bis 2022

Beim Weinkauf ist der Blick auf das Etikett obligatorisch, doch die Jahreszahl entscheidet oft über den Charakter des Inhalts. In der Schweiz, wo das Wetter in den Alpen kapriziös sein kann, variieren die Weine stark. Die letzten Jahre waren geprägt von klimatischen Extremen, die den Winzern alles abverlangten, aber auch Jahrhundertweine hervorbrachten. Ein kleiner Rückblick hilft Ihnen, die richtige Flasche zu finden.

2018: Das heisse Sonnenjahr

Das Jahr 2018 ging als eines der wärmsten in die Geschichte ein. Die Ernte war riesig, und die Qualität vielerorts hervorragend. Die Weine präsentieren sich oft üppig, mit viel Alkohol und reifer Frucht. Besonders Rotweine profitierten von der Hitze und zeigen sich zugänglich. Es sind Weine für Geniesser, die Fülle und Kraft schätzen. Viele dieser Weine sind jetzt wunderbar zu trinken, die ganz grossen Gewächse haben aber auch noch Lagerpotenzial.

2019: Balance und Klassik

Nach dem Hitzejahr folgte 2019 ein Jahrgang, den viele Winzer als klassisch bezeichnen. Die Weine zeigen eine schöne Balance zwischen Frucht, Säure und Tannin. Sie wirken frischer und strukturierter als die 2018er. Dies ist ein Jahrgang für Liebhaber von Eleganz. Die Weine haben eine gute Struktur für die Lagerung, machen aber auch in der Jugend schon Freude. Ein sehr sicherer Wert beim Einkauf.

2020: Frühreife und Konzentration

Auch 2020 war wieder sehr warm mit einer extrem frühen Ernte. Die Trockenheit führte zu kleinen Beeren, was konzentrierte Weine mit viel Farbe und Aroma zur Folge hatte. Die Weine ähneln den 2018ern, haben aber oft noch mehr Dichte. Besonders Pinot Noir und Merlot aus diesem Jahrgang zeigen vielversprechende Tiefe. Es sind kräftige Weine, die eine gute Lagerung vertragen können.

2021: Die grosse Herausforderung

Das Jahr 2021 war für die Winzer schwierig. Frost und Regen sorgten für Ernteausfälle. Doch die Winzer, die streng selektierten, kelterten überraschend frische und knackige Weine. Es ist ein kühler Jahrgang mit weniger Alkohol und höherer Säure – ein Stil, den viele Weinkenner sehr schätzen, da er an früher erinnert. Diese Weine sind oft feingliedrig. Ein Jahrgang für Entdecker, die Finesse über Kraft stellen.

2022: Das zweite Jahrhundertjahr?

Viele Winzer sprechen bei 2022 wieder von einem Jahrhundertjahrgang. Es war erneut heiss und trocken, doch die Reben gingen gut mit dem Stress um. Die Weine zeigen eine beeindruckende Reife, haben aber ihre Frische bewahrt. Die Tannine bei den Rotweinen sind oft von aussergewöhnlicher Qualität. Es ist ein Jahrgang, von dem man sich unbedingt einige Kisten in den Keller legen sollte.

Fazit für den Einkauf

Wenn Sie üppige, warme Weine mögen, greifen Sie zu 2018, 2020 und 2022. Suchen Sie nach Frische und klassischer Struktur, sind 2019 und 2021 Ihre Jahrgänge. Das Wissen um die Wetterbedingungen hilft, Enttäuschungen zu vermeiden und genau den Stil zu finden, der Ihnen am besten zusagt.

Thierry Bovez - Weinexperte

Über den Autor: Thierry Bovez

Thierry Bovez ist ausgewiesener Weinexperte und Autor bei Schweizer Weine. Durch seine persönlichen Besuche bei zahlreichen Schweizer Familienweingütern besitzt er ein tiefes Wissen über die einheimischen Rebsorten, das Handwerk der Winzer und die Besonderheiten der lokalen Weinproduktion.

Diesen Artikel zitieren (Quellenangabe):

Bovez, Thierry (2026). Jahrgangs-Check Schweizer Weine: 2018 bis 2022. Schweizer Weine. Abgerufen am 17.07.2026, von https://www.schweizer-weine.net/blogs/weinblog/jahrgangs-check-schweizer-weine

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