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PIWI: Die grüne Revolution

PIWI Weine Die grüne Revolution

In den Schweizer Rebbergen findet eine stille Revolution statt. Immer mehr Winzer setzen auf sogenannte PIWI-Rebsorten. Das Kürzel steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Was technisch klingt, ist eine der wichtigsten Antworten des Weinbaus auf den Klimawandel und den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit. Doch was taugen diese neuen Sorten im Glas? Lange Zeit belächelt, liefern sie heute Qualitäten, die auch Skeptiker überzeugen.

Warum überhaupt neue Sorten?

Der klassische Weinbau ist intensiv. Bekannte Rebsorten wie Pinot Noir oder Chasselas sind anfällig für Pilzkrankheiten wie Mehltau. Um die Ernte zu sichern, müssen Winzer regelmässig Pflanzenschutzmittel ausbringen. PIWI-Sorten wurden gezüchtet, um genau diesen Krankheiten zu trotzen. Sie sind Kreuzungen aus europäischen Edelreben und Wildreben. Das Resultat: Bis zu 80 Prozent weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz. Das schont den Boden, die Nützlinge und die Umwelt massiv.

Die Stars der Szene: Solaris und Divico

In der Schweiz haben sich einige dieser Sorten bereits etabliert. Bei den Weissen ist Solaris ein Vorreiter. Die Sorte reift sehr früh, erreicht hohe Zuckerwerte und ergibt fruchtige, exotische Weine, die oft an Ananas oder Nüsse erinnern. Ein neuerer Star bei den Roten ist Divico. Diese Züchtung der Forschungsanstalt Agroscope ist ein Meilenstein. Divico ergibt farbintensive, würzige Rotweine mit gutem Tanningerüst. Auch Sorten wie Johanniter oder Cabernet Jura finden immer mehr Verbreitung.

Geschmacklich auf Augenhöhe

Das Vorurteil, PIWI-Weine würden wild schmecken, ist längst überholt. Moderne Züchtungen sind geschmacklich kaum noch von traditionellen Sorten zu unterscheiden, bringen aber oft neue, spannende Aromenprofile mit. Ein gut gemachter Cabernet Jura kann blind verkostet durchaus mit einem Cabernet Franc verwechselt werden. Die Winzer lernen zudem mit jedem Jahrgang besser, wie sie diese neuen Sorten im Keller optimal ausbauen.

Nachhaltigkeit im Glas

Für den konsumbewussten Weintrinker sind PIWI-Weine eine logische Wahl. Sie repräsentieren einen Weinbau, der versucht, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und den chemischen Fussabdruck drastisch zu reduzieren. Viele Bio-Winzer setzen verstärkt auf diese Sorten, da sie den ökologischen Anbau deutlich erleichtern. Es ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, der nicht mit Verzicht, sondern mit neuem Genuss verbunden ist.

Mut zum Probieren

Wenn Sie auf einer Weinkarte oder im Regal Namen wie Muscaris, Sauvignac oder Satin Noir lesen, greifen Sie zu. Seien Sie offen für das Neue. Diese Weine erzählen nicht die Geschichte jahrhundertealter Tradition, sondern die Geschichte von Innovation, Forschung und einer nachhaltigen Zukunft. Sie sind der Beweis, dass sich Tradition und Fortschritt im Schweizer Weinbau nicht ausschliessen.

Thierry Bovez - Weinexperte

Über den Autor: Thierry Bovez

Thierry Bovez ist ausgewiesener Weinexperte und Autor bei Schweizer Weine. Durch seine persönlichen Besuche bei zahlreichen Schweizer Familienweingütern besitzt er ein tiefes Wissen über die einheimischen Rebsorten, das Handwerk der Winzer und die Besonderheiten der lokalen Weinproduktion.

Diesen Artikel zitieren (Quellenangabe):

Bovez, Thierry (2026). PIWI: Die grüne Revolution. Schweizer Weine. Abgerufen am 22.09.2026, von https://www.schweizer-weine.net/blogs/weinblog/piwi-weine-revolution

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